Preisträger bewegter wind 2008

Preisverleihung am 31.8.2009 an der Korbacher Spalte:

bw08-preisverleihung Reta Reinl (Kuratorin),
Jutta Kelm (3.Preis),
Particija Gilyte (1.Preis),
Carlotta Brunetti (2.Preis),
Otto Wilke (Kreisbeigeordneter),
Lisa Küpper (Jury), (von links)
Foto: Petra Frömel

 

Bei der Jurysitzung am 20.8.2008 wählten Prof. Dr. Carl-Peter Buschkühle (Institut für Kunstpädagogik, Justus-Liebig-Universität,Gießen); Lisa Küpper (M.A., Region Kellerwald-Edersee e.V.); Prof. Ursula Sax (Bildhauerin, Radebeul); Karin Stengel (M.A., Leiterin documenta Archiv, Kassel) und Dr. Gerhard Pätzold ( Marburger Kunstverein) folgende Preisträgerinnen:

1.Preis Particija Gilyte (Litauen/Deutschland)
für den Videofilm „Rücksicht/Heed 360“ (2.500€)

präsentiert im Nationalparkzentrum/Windkino;

2.Preis Carlotta Brunetti (Starnberg) für „Königspaar“

ausgestellt in Twistetal-Gembeck;

Carlotta Brunettibrunetti-koenigspaar

 Homepage Carlotta Brunetti

3.Preis Jutta Kelm (Oldenburg) für „Segelharfe“

ausgestellt an der Korbacher Spalte.

Jutta Kelmkelm-segelharfe

 Homepage Jutta Kelm

1. Preis: Patricija Gilyte „Rücksicht/ Heed 360°“

Patricija Gilyte
geboren 1972 in Kaunas/Litauen; lebt und arbeitet in München; 1991-1996 Studium an der Kunstakademie Vilnius Kunstinstitut Kaunas; 1997-2004 Studium und Diplom an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Norbert Prangenberg und Prof. Nikolaus Gerhart;
2005/2006 HWP Stipendium des Bayerischen Staatsministeriums für Forschung und Kunst;
2005 1/2 Jahr, Goethe53, München; Visitors, Akademie Galerie, München;

1. Platz (Konzept) Kaunas Art Biennial Textile05;

2006 5th Biennal of contemporary art in Nîmes;

Through the looking glass, Haus der Kunst, München.

Die wechselseitige Verschränkung von Videoinstallation und Skulptur ist Thema von Patricija Gilyte.
Der Körper und sein Verhältnis zur Natur stehen dabei im Zentrum. „Rücksicht/heed 360°“ vereint Bildhauerei und Performance: flexibles Schaumstoffmaterial wird durch Wind in unterschiedliche Formen gebracht, die zugleich physische Hüllen sind. Denn hinter diesen Skulpturen des Augenblicks steckt fast unerkennbar ein Mensch.

Anders in der Videoskulptur „Corvidae“ (2006): statisch im Bild gezeigt wird ein Baum in einer Landschaft. Einzig die im Baum wie dunkle, riesige Vögel sitzende Figuren – es ist immer die mehrfach auftretende Künstlerin selbst – wandern irritierender Weise im Baum, täuschen eine Menge vor und verändern so das Geschehen.

2. Preis: Carlotta Brunetti „Königspaar“

geboren in Mailand
1969 - 1970   Studium der Kunstgeschichte in Florenz und in München
1970 - 1972   Akademie der Bildenden Künste in München
1972 - 1973   Studienaufenthalt in London
1973 - 1976   Städelschule Frankfurt/Main, Klasse Michael Croissant (Meisterschüler)  und bei Karl Bohrmann
1997   Gründung des Pozzo Pozozza in Berlin mit Julia Lohmann
2002 – 2004   Mitglied im Vorstand des Malkastens in Düsseldorf

Stipendien und Preise

2006   Artist in Residence, I - Park, Connecticut, USA
2005   „Mary Foote Fellowship“, Mary Anderson Center, Mount S. Francis, Indiana, USA
2004   Bernheim Art Fellowship, Kentucky, USA
2002   „Zeitzonen“ , Bremen Vegesack, Kulturbahnhof, 1. Preis für Sailor´s Inn, verwirklicht Wettbewerb „Rund um die Neubürg“, Bayreuth, verwirklichtes Projekt :„Milchstraße“ 
1990   Stipendium der Stadt Bonn 
1989   Hans - Thuar - Preis, Bonn 
1974   Erster Preis im Grafikwettbewerb der Deutschen Leasing AG

Carlotta Brunetti:

“Als Künstlerin habe ich seit einigen Jahren den Wunsch, meine Außenarbeiten mit meinen Installationen im   Innenraum zu verbinden. So entstehen Arbeiten, die den Menschen als einen Teil der Natur reflektieren. Der   Mensch ist in meinen Arbeiten nicht direkt sichtbar, er erscheint aber in Relikten wie Abfall, Fußspuren und   Ähnlichem oder in kulturellen Assoziationen. In der Landschaft schaffe ich eigene Räume und greife die   kulturellen Gegebenheiten der jeweiligen Region auf.       Meine Arbeit im Außenraum oder in der Landschaft wird zunächst von vielen Menschen als überflüssig   empfunden. Kunst in der Natur scheint ein Widerspruch zur Natur selber zu sein. Die Natur braucht uns nicht,   ist das übliche Argument. Vergessen wird aber meist, dass wir selbst ein Teil Natur sind. Wir werden immer an   der Natur teilhaben, auch im Negativen. Wichtig ist, die Ursprünglichkeit der Natur nicht zu vergessen und ihre   Zerstörung durch den Menschen zu thematisieren. Konzeptionelle Eingriffe in Natur-, Kultur-, und in Stadtlandschaften ist eines der Anliegen meiner Arbeit, die menschlichen Spuren zu zeigen, ein anderes.“

3.Preis: Jutta Kelm- „Segelharfe“

Jutta Kelm
geboren 1960
1. Beruf Sozialpädagogin
2. Beruf Geigenbauerin
3. Beruf (seit 1994) »Wind- und Klangkünstlerin«

Ausstellungen 2008 mit Objekten von Jutta Kelm:

18. April bis 19. Oktober   »R(h)einschauen«  Landesgartenschau Bingen
1. Mai bis 12. Mai   »Kulturelle Landpartie « im Wendland
31. Mai bis 10. August   Im Rahmen der »Traumgärten« ist die Windharfe "Pat" aufgestellt
17. August bis 31. August   Kunstausstellung »Bewegter Wind« Landkreis Waldeck-Frankenberg

»Wind- und Klangkunst«

Was die meisten meiner Arbeiten miteinander verbindet ist, dass sie klingen und dass sehr oft der Wind als Musikant dabei in Erscheinung tritt.

Während ich in den ersten 3 Jahren überwiegend mit Holz gearbeitet habe, habe ich mittlerweile das Metall als wetterfestes und gut klingendes Material für meine Klangobjekte wie die auf den Fotos abgebildeten Äolsharfen entdeckt.

In den letzten Jahren habe ich an verschiedenen Ausstellungen in Oldenburg, Bremen, Wilhelmshaven, Rotenburg, Dangast, Schloss Ippenburg, Steyerberg, dem Wendland, Uelzen, usw. teilgenommen. Mir gefallen besonders die Ausstellungen, die draußen in Gärten, Schlossparkanlagen und in Meeresnähe stattfinden, da es einen großen Reiz auf mich ausübt, Außengelände mit Kunst zu gestalten.

Wesentlich ist mir dabei neben dem optischen Eindruck auch immer die Klangwirkung, die dabei entsteht und die erheblich dazu beiträgt, bestimmte Atmosphären zu schaffen.